Dass alte Frauen an belebten Plätzen herumlungern und Vorübergehende traurig ansehen, um den einen oder anderen Rubel dafür zu bekommen, ist ja keine Seltenheit. Alte Leute gehören bekanntermaßen zu den Ärmsten im Land. Häufig tragen die gebrechlichen Damen volle Wintermontur, auch wenn die Temperaturen bei 25° C liegen. Vermutlich sind sie so arm, dass sie kaum Kleidung haben. Dann liegt es auch nahe, dass in ihren Kleiderschränken eher Wärmendes als Luftiges liegt. Um den Tag des Sieges herum haben einige sogar ihre Orden herausgekramt, blank poliert und sich damit geschmückt – wohl um zu zeigen, dass sie maßgeblich daran beteiligt waren, das braune Heer aus dem Land zu vertreiben. Das sorgt für einen Bonus im Blechtässchen. Auch unsere Russischlehrerin hat ein Kästchen, das randvoll mit Orden ist. Sie hat in einem Kriegsgefangenenlager als Dolmetscherin gedient, bis sie schwer verwundet wurde. Mütterchen Russland bedankt sich für ihren Einsatz, indem es die Hälfte der Miete für ihre Wohnung bezahlt.
Neulich haben wir in einer Unterführung zwei alte Damen gesehen, die sich richtig ins Zeug gelegt haben, um die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich zu ziehen. Schon von weitem konnte man hören, wie sie gesungen haben. Und das in einer Lautstärke, da wäre so mancher dicke Italiener vor Neid erblasst. Und sie haben auch nicht einfach gesungen, die Darbietung wirkte hochprofessionell und einstudiert. Da fehlte nur noch die Band drumherum. Dieter würde sagen: “Mensch, ihr habt eine Super-Stimme! Aber die Klamotten gehen ja gar nicht!”
Und in Hamburg schleichen die Jungs durch die U-Bahn und leiern ihren immer gleichen Text runter… “‘Schuldigen Sie die Störung… obdachlos… Platz zum Pennen… wünsche noch Gute Fahrt…” In Unterwürfigkeit und Einfallslosigkeit kaum zu unterscheiden von den Herren aus der Leitstelle der U-Bahn. Für die entstehenden Unannehmlichkeiten bitten wir sie um Verständnis.
Vielleicht sollte man da mal ansetzen und einen Kurs anbieten. “Kreatives Schnorren” oder “Rhetorik für Schnarchnasen”.
meine langjährige dsds-erfahrung sagt mir: diedä hätte gesacht: Mega-Hamma-Stimme!!! Super ist ja was für Beebies.
Aber nicht genug damit: vielleicht noch ein Wort von Euch Hamburger U-Bahn-Fahrern zu den rumänischen (?) Jugendlichen mit den a-rhythmischen Improvisationen (ogott, ich musste doch mal wieder googeln, ob es wirklich das erste h hat…)! Da könnten doch auch mal Sarah und Niklas was zu sagen, vielleicht gehört das ja auch so.
Kennt Ihr eigentlich die beiden etwas älteren Männer (einer mit Gitarre, der andere mit weißem Rauschebart), die wirklich toll singen? Im Winter Weihnachtslieder – im Sommer leider eher selten.
PS Habe vorgestern mal wieder eine Nachbarin im Pelzmantel gesehen, mit Umhängetüchern, Wollsocken und Pantoffeln – sehe Parallelen.
Tja, dafür wird hier Akkordeon in den Bahnen gespielt. Am frühen Morgen. Uaaaaah…
Go Arbeiten
LOL! “Go Arbeiten” ist ‘ne schöne Geschichte! Sozusagen ein Schwank aus unserer Jugend.
Sehr vermisse ich ja auch die die Poncho-Männer, die in den Fuzos der Welt und der Umgebung “El condor pasa” spielten und nun mitsamt ihren Panflöten und den Ponchos aus der Mode gekommen sind.
@Julia: In der ganz wirklichen Wirklichkeit heißt es tatsächlich sogar “arrhythmisch”. So, genuch kluch geschissen. Soll in echt aber rhythmisch sein, dann isses Musik.
So, go jetze draußen lesen und eine angenehme Weiterreise:
Der Niklas
Und hin und wieder wird eine entdeckt und tritt unter anderem Namen beim Eurovision Songcontest an.
moin niklas,
irgendwie erinnert mich aber “arrhythmisch” an Katarrh, das finde ich nicht gut.
Aber Ihr 2 im Osten: so geht das echt nicht weiter. Was wollt Ihr noch abräumen??? Hat Euch schon mal jemand so ein Maskottchen-Hütchen aufgesetzt und Eurer Anwesenheit gedankt?
Habt Ihr wenigstens geguckt oder es auch wieder verpasst?
Es grüßt die Julia und sie wartet noch auf Euer beider Antworten auf ihre Mail von neulichst
Hallo!
Ja, ich kenne die Männer aus der U-Bahn, die wirklich toll singen, manchmal ist da auch noch ein schwarzer jüngerer Mann dabei. Ich gebe denen auch meistens Geld, obwohl ich das sonst nie mache.
Genau, die Nanine kennt sich aus. Den anderen Jüngeren habe ich auch schon ein paar Mal bei denen gesehen und sie sind wirklich auch die einzigen, die von mir Geld bekommen.
Sacht der mit dem Bart dann auch immer Prinzessin zu Dir?
In diesem Sinne, königliche Grüße in die Zarenstadt und an die Nanine
Jaaa, ich lach mich tot, das sagt der auch immer zu mir. Ich hab die Jungs lange nicht mehr gesehen…schade eigentlich!
Liebe Grüße zurück.
Ihr seid echt schnuffig! Ich kenne weder die Poncho-Typen noch einen jungen, schwarzen Begleiter, der Leute “Prinzessin” nennt. Aber grüßt ruhig mal von mir, scheint ja eine lustige Combo zu sein.
Hier regnet’s übrigens. Rockt nicht.