Es ist ein bisschen wie mit der Hamburger Sparkasse. Wo man in Hamburg auch steht, eine Filiale der Haspa ist in Sichtweite. Nicht ganz so aufdringlich, aber dennoch sehr präsent: Чайная ложка (Teelöffel). Das ist eine russische Fast-Food-Kette, die keine Burger brät, wie man beim Wort “Fast-Food” sofort vermutet, sondern Pfannkuchen. Und zwar mit den unterschiedlichsten Füllungen. Die Auswahl der Füllungen reicht vom Klassiker mit Smetana und Butter über Kaviar bis hin zu mexikanischen Kreationen mit gleich einem Haufen von Zutaten. Da diese Kette ja nun so präsent ist, waren wir auch schon ein paar Mal in einer der Filialen. Am Eingang jeder Filiale steht in großen (lateinischen) Lettern: Menu in English. Das lässt das Herz des frisch gebackenen Expats gleich höher schlagen, weil es auch impliziert, dass man das Gericht sowohl aus einer Liste in einer vertrauten Sprache auswählen als auch die Bestellung in selbiger aufgeben kann. Man muss also nicht in gebrochenem Russisch rumeiern. Denkt man und geht rein. Eine englische Speisekarte ist jedoch weit und breit nicht zu sehen. Und wenn man die armen Angestellten auf Russich fragt, ob sie denn Englisch sprechen, sehen sie sich hilfesuchend um und schubsen ein zaghaftes “Нет” über die Lippen. Naja, dann halt doch in gebrochenem Russisch…
Wir waren in mehreren Filialen, in jeder Pfannkuchenbude das gleiche Spiel. Die Frage ist: Was hat es mit dem Schild auf sich? Wurde das Schild einfach schneller produziert als die englischen Speisekarten? Gab es mal englische Speisekarten, die aber von bösartigen Ausländern gestohlen wurden? Oder versucht man, leichtgläubige Ausländer mit dem vorgetäuschten Vorhandensein einer Speisekarte in englischer Sprache in den Laden zu locken und hofft dann, dass sie bleiben und trotzdem bestellen – wenn auch in gebrochenem Russisch?
eine perfide, wie du sicher aber zugeben musst effektive, art dich zur russischen sprache zu bringen. der hunger treibts raus?
*lol*
Ich schick’ dann ja immer Linda vor…
ey, ich weiß, ich bin mit meinen antworten immer wochenlang hinterher, aber möchte auf die unheimliche allgegenwart der nordsee-kette hinweisen, v.a. auch gern in süddeutschen fußgängerzonen drei mal, wo natürliche fischvorkommen weit wech sind…
man geht so mir nix, dir nix harmlos seines (ihres????) weges, schnüffel, schnüffel, nein, das kann nicht sein, eine sinnestäuschung, schlender, schnüffel, das ist doch…., aaaaaaaaargh, es ist FISCH!!!!! STINKEFISCH!!!!
Ich wage zu behaupten, dass die wenigsten bei dieser Fast-Food-Kette angebotenen Speisen aus der Nordsee kommen – wenn man davon absieht, dass der Transportweg vielleicht dieses Meer einschließt… Die Krabben werden bestimmt auch von indonesischen Kindern aus ihrem Panzer gepult.