…wird man uns wieder vorwerfen! Aber hey, wir müssen ja irgendwie den ganzen Hausstand kaufen. Die Wohnung ist halt “nur” möbliert. Und was bietet sich mehr an, als einen der nahe gelegenen Filialen eines schwedischen Möbel- und Schnickschnack-Hauses aufzusuchen? Genau: Nichts! Außer vielleicht der fußläufig erreichbare Ramschmarkt. Aber das passt dann ja gar nicht zum sonstiges Stil der Wohnung.
Zwei IKEA-Filialen bieten sich dem Sankt Petersburger an, die Webseite rühmt sich damit, dass beide mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Verbindung mit einem kostenlosen Shuttleservice erreichbar sind. Was will man mehr? Also, auf geht’s!
Die U-Bahn-Stationen sind natürlich leicht zu finden, die meisten U-Bahnen fahren direkt dorthin. Da die Märkte schon eher an der Stadtgrenze sind, sieht man auch mal etwas mehr, als die liebenswerte Altstadt. Nämlich Hochhäuser im Stil der sowjetischen Planarchitektur. Wir verlassen also besagten Bahnhof und denken uns, dass ja sicher irgendwo ein Hinweisschild zu finden ist, das einem den Weg zu dem angepriesenen Shutteservice zeigt. Ihr wisst, worauf ich hinaus will: Es gibt kein solches Schild. Wir finden stattdessen einen Kleinbus mit der Aufschrift einer Supermarktkette. So einen gibt’s bestimmt auch von den Schweden. Und der Bus ist dann bestimmt auch blau und gelb! Wieder falsch. Es gibt einen Haufen gelber Busse, es handelt sich dabei aber um die in ganz Osteuropa etablierten Marshrutkas, Minibusse oder Maxitaxis, wie man sie auch immer nennen möchte. Und die fahren sonstwohin, nicht aber zum Möbelhaus unserer Wahl. Na gut, alle fünf bis zwanzig Minuten sollen die Shuttles starten, es kommt bestimmt gleich eines. Natürlich wieder falsch. So wandern wir (fast) alle Bushaltestellen dieser riesigen Kreuzung ab, in alle Richtungen fahren die unterschiedlichsten Vehikel, keines davon wirkt so, als würde es uns kostenlos zum Möbelhaus chauffieren. Wir entschließen uns dazu, einfach ein paar Passanten zu fragen. Nun gibt es die einen, die herumstehen und jene, die an einem vorbei eilen. Die einen sehen nicht so aus, als würden sie bei IKEA einkaufen, die anderen ignorieren einen gekonnt, ganz egal, wie laut man nun “Извините!” schreit.
Ganz verzweifelt stehen wir an einer der besagten Bushaltestellen, da hält plötzlich – wie aus dem Nichts – ein Bus vor unserer Nase und erbricht eine Masse von gestressten Leuten, manch einer davon trägt eine Plastiktüte, die das so bekannte Logo in den schwedischen Nationalfarben trägt. Wir rennen also wahllos hinter einer Tüten tragenden Person her und versuchen sie in gebrochenem Russisch zu fragen, wo denn der IKEA-Bus losfährt (Где здезь автобус ИКЕА?). Eine Person ist dann auch mal nicht nur misstrauisch, hört sich unser Anliegen an und deutet mit einer raschen Handbewegung auf eine der tausend Bushaltestellen. Auf dem Weg dorthin sehen wir dann auch einen winzigen Hinweis (für Typographen: Schriftgrad 9pt).
Geschafft, wir sind da! Der erste Weg führt uns ins Restaurant, nach all dem Stress muss man ja erstmal sitzen und sich den Bauch vollschlagen. Gestärkt schlendern wir also durchs schillernde Warenhaus und schmeißen in den Einkaufswagen, was wir dringend brauchen: Sieb, Messbecher, Pfanne, Töpfe, Geschirr, Besteck, Gläser, Becher undsoweiterundsoweiter… Einkaufswagen voll, zum Glück sind wir jetzt an der Kasse. Aber, ähm, wie kriegen wir den ganzen Krempel denn jetzt nach Hause?!? Lieferservice, na klar! Sowas macht IKEA doch für ein paar Kröten gern, sogar am nächsten Werktag – in diesem Fall ein Sonntag. (Da fällt mir ein: Wie rückständig ist eigentlich dieses Deutschland mit diesen restriktiven Öffnungszeiten? Ich meine, hier gibt es Juweliere, die damit werben, 24 Stunden am Tag, Kunden willkommen zu heißen!) Wem die großen blauen Taschen bekannt sind, dem sei gesagt: Unser ganzer Krempel füllte zwei und eine halbe dieser Taschen. Der Bus auf der Rückfahrt war proppenvoll, ohne den Lieferservice wären wir verloren.
Wie vereinbart, war der nette junge Mann vom Lieferservice am nächsten Tag bei uns und hat den ganzen Kram mitgebracht. Ist doch toll! Und jetzt können wir auch das Plastikgeschirr und -besteck in den Schrank räumen. Ist ja nicht so gemütlich, zu Hause aus Plastikschalen zu essen. Und dann auch noch Brot, weil man keine Töpfe hat.
Und in zwei Jahren verschenken wir alles an das Kinderheim gegenüber, versprochen!













Ja, wenn man so wohltätige Pläne hat, dann ist man ja doch kein konsumgeiler dickhosiger Wessi…
Puuuuh, gerettet!
Gibt’s dort bei IKEA eigentlich auch Köttbullar und so und sieht das da sonst auch so aus wie hier?
Klar gibt’s Köttbullar! Sogar in verschiedenen Portionsgrößen: 10 – 40 Bullar
Und das sieht auch alles wie in jedem anderen IKEA aus. Es wirkt so ein bisschen, als wäre das schwedisches Hoheitsgebiet.
Da kriege ich ja glatt Hunger. Am besten doch Köttbullar mit Blauschimmelkäsesauce mit Baileys.
Also:
KÖTTBULLAR HERBEIKULLAR!
Hex hex!
Hm, hat nicht geklappt. Schade eigentlich.