Nachdem wir also heute zwei weitere Wohnungen angesehen haben, sind wir nochmal über den Nevsky Prospekt geschlendert, wo wir ein paar interessante Klamottenläden gefunden haben. In einer kleinen Fußgängerzone, von denen es in Sankt Petersburg sicher nur wenige gibt. Kurzerhand wurde auch schnell ein Gürtel gekauft. Wir wurden auch gleich zwei Mal von anderen Kunden angesprochen. Zum Einen von einer Deutsch-Studentin, die sich nach langem Zögern getraut hat, uns zu erzählen, dass sie die Sprache erkennt, die wir sprechen, weil sie ja Germanistik an der Universität studiert. Zum Anderen während wir uns gefragt haben, ob der Gürtel nun aus Leder ist oder nicht. Die Gute hat dann auch gleich die Nachfrage beim Personal für uns übernommen. Hach, Russen sind ja soo nett!
Ja, und dann wollten wir noch die Empfehlung für italienische Restaurants der Piter-Ausgabe des Lonely Planet ausprobieren: Il Patio. Der ist uns schon beim Vorbeigehen am ersten Tag aufgefallen, es war allerdings zu früh zum Abendessen. Als wir den Laden betreten haben, waren wir aber erstmal überrascht über die Kantinen-Atmosphäre. Uns wurde ein Tisch in der Ecke zugewiesen, und wir haben einen Blick in die Karte geworfen. Für unsere Verhältnisse haben wir sehr schnell unser Gericht und Getränk gefunden. Es sollte je eine Pizza und ein französischer Rotwein sein.
Fein, wann kommt denn die Девушка? Ah, da ist sie ja. Eine äußerst freundliche, junge Kellnerin fragt uns auf Russisch, ob wir schon gewählt haben. Das wissen wir nur, weil sie die Frage nach allgemeinem Gestammel nochmal auf Englisch wiederholt hat. Ja, haben wir. Und zwar hätten wir gern: *mit dem Finger auf die Karte zeig* Zwei Gläser Bord… Da unterbricht sie mich schon mit den Worten: “Oh, I’m so sorry, but we don’t have any wine today.” Hmm… Ich habe noch gedacht, sie will sagen, dass sie nun gerade diesen Wein heute nicht hätten. Aber sie hat unmissverständlich klargemacht: “But we have beer.” Hmm, na gut. Dann sag’ ich erstmal, welche Pizza wir wollen. Aber gerade in dem Moment, in dem ich die Seite mit den Pizzen aufgeschlagen habe, holt sie tief Luft und sagt: “Oh, I’m soooo sorry. I’m really sorry. But we don’t have pizza today!” Äääähmmm, und jetzt? Okay, wir erhalten die Auskunft, dass es auch Pasta gibt. Wir bitten sie also höflichst, uns noch ein wenig Zeit für eine Entscheidung zu geben und sie wendet sich ab – nachdem sie nochmal beteuert, dass es ihr alles furchtbar leid tue. Passt Bier zu Pasta, fragen wir uns. Nee. Saft auch nicht. Na, dann nehmen wir halt Wasser. So richtig zufrieden sind wir damit aber auch nicht. Also entschließen wir uns dazu, uns einfach eine Kreation des Hauses zu merken, die Zutaten im Supermarkt einzukaufen und den Kram im Hotel zu kochen. Aus Höflichkeit und weil wir die Kellnerin auch so nett fanden, bestellen wir aber wenigstens eine italienische Kaffeespezialität. Nach kurzer Zeit kommt die Dame also nochmal, diesmal aber im Schlepptau einer weiteren Kellnerin. Die rauscht aber auch nur kurz an unseren Tisch, murmelt eine kurze Entschuldigung und übergibt die Situation wieder an die bereits beteiligten Personen. Zurück zur Überschrift: “We have a problem in our kitchen! You will have to wait for 15 minutes, if you order now.” Nee, wollen wir ja gar nicht, wir wollen nur einen Kaffee, aber wir versprechen, wiederzukommen, wenn es wieder Wein und Pizza gibt.
- Il Patio-Imitat



Was die bloß in ihrer Küche gemacht haben?
Aber euer Tisch sieht auf jeden Fall auch nicht unansprechend aus, sogar mit Plümchen und so…
Wahrscheinlich mussten sie erst den Kammerjäger bestellen…